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ZDF Schwarzwaldklinik

Schwarzwaldklinik: "Neue Zeiten", Gruppenbild vor dem "Hüsli" in Grafenhausen mit (obere Reihe von links) Regisseur Hans-Jürgen Tögel, Produzent Wolfgang Rademann, Sascha Hehn, Alexander Wussow, Gerhart Lippert, Jochen Schröder; sitzend: Eva Maria Bauer, Klausjürgen Wussow und Eva Habermann.

Die nächste Generation II

Prof. Klaus Brinkmann (Klausjürgen Wussow).

Anfang August 2005 hatten im Glottertal sowie im "Hüsli" bei Grafenhausen die Dreharbeiten zur neuen Folge "Die Schwarzwaldklinik - Neue Zeiten" begonnen. Der Sendetermin stand nun fest: ZDF, Sonntag, 4. Dezember 2005, 20.15 Uhr. Der Schwarzwaldfuehrer.de war am Set dabei. Nach dem sensationellen Erfolg des ersten Specials im Februar 2005 mit mehr als 12,5 Millionen Zuschauern produzierte das ZDF diese zweite Sendung, deren Sendetermin zunächst auf Februar 2006 angekündigt war. Im Mittelpunkt stehen die Darsteller der "nächsten Generation": Sascha Wussow, Eva Habermann, Stephanie Japp. Von der "alten Garde" sind dabei: Sascha Hehn, Eva-Maria Bauer, Jochen Schroeder und Klausjürgen Wussow alias Professor Brinkmann.

Die Story ist ganz aktuell: Ein Investor will die schwächelnde Klinik kaufen und in ein exklusives Seniorenheim umgewandelt werden. Dr. Benjamin Brinkmann (Alexander Wussow), sein Bruder Prof. Udo Brinkmann (Sascha Hehn) und die gesamte Belegschaft kämpfen um den Erhalt als Klinik.

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Zeit für einen Schwarzwald-Boom

Alexander Wussow, Klausjürgen Wussow, Sascha Hehn, Produzent Wolfgang Rademann.

"Für mich ist der Schwarzwald eine der schönsten Gegenden in Deutschland", sagt Filmproduzent Wolfgang Rademann, "hügelig, aber nicht zu steil, mit wunderschönen Spazierwegen und blitzsauberen Bauernhäusern."

Der Mann, der so schwärmt, ist vielleicht der beste Tourismus-Botschafter, den der Schwarzwald je hatte: 550 Millionen Menschen in 38 Ländern der Welt haben seine "Schwarzwaldklinik" gesehen. Die Seifenoper in Mull, die den Spruch "Wer sich Urlaub nicht leisten kann, sieht fern" umkehrte in "Wer fern sieht, verreist in den Schwarzwald."

Heilt Körper- und Herzeleid

Über eine Million Menschen pilgerte allein in den 80er Jahren ins Glottertal, dorthin wo Brinkmann, der Chirurg, den wir alle nur mit dem Vornamen Professor kennen, das Skalpell führt, dorthin wo Schwester Elke die Rehaugen hochschlägt und vor allem dorthin, wo nicht nur Körper-, sondern auch Herzeleid geheilt wird.

Neue Zeiten - Die Darsteller
Sascha Hehn (Prof. Udo Brinkann), Alexander Wussow (Dr. Benjamin Brink´mann), Eva Habermann (Dr. Sophie Schwarz), Klausjürgen Wussow (Prof. Klaus Brinkmann), Stephanie Japp (Dr. Anna Peters), Peer Jäger (Prof. Hans Köhler), Eva Maria Bauer (Hildegard, ehem. Oberschwester), Gerhart Lippert (Herbert Schwarz), Jochen Schröder (Mischa, ehem. Pfleger), Walter Kreye (Kurt Seeberg) u.v.a.

Das Hüsli in Grafenhausen.

Das hatte es zuvor nie gegeben. Jahre später, ist Location-Placement längst ein Job, den Agenturen erledigen, und es gibt Tourismus-Regionen, die es sich gerne etwas kosten lassen, wenn ein Arzt, Pfarrer, Lehrer oder Traumhotel bei ihnen in Serie geht: Eine Untersuchung am Beispiel der ZDF-Serie "Schlosshotel Orth" beweist, 82 Prozent der am Drehort Traunsee befragten Gäste kannten die Serie und immerhin 27 Prozent nannten sie als Informationsquelle in puncto Zielgebietswahl.

Eva Habermann.

Serien-Tourismus

Schade nur, dass diese Besucher, die aufgrund der Serie angereist waren, deutlich älter waren als konventionelle Gäste, sich vor allem in Gruppen bewegten, und weniger Geld ausgaben als Individualtouristen. Trotzdem rechnete sich die Romanze: Die Ferienregion Traunsee profitierten erheblich von dem Serien-Tourismus: Auf mehr als zehn Millionen Euro wird der durch die Serie ausgelöste Gesamtumsatz beziffert. Das ist eine Summe, bei der sich Blechkolonnen, Abgasbelastung und überfüllte Parkplätze leicht vergessen lassen. So auch in Glottertal. Dort gab es die Zeit der schmalen Bergstraßen, der günstigen Pensionszimmer und der Terrassen mit "draußen nur Kännchen". Es war die Zeit, in der Fremdenverkehrsdirektoren und Gastwirte Angst hatten, zum Beispiel vor dem Waldsterben. Den Schwarzwald, so malten Öko-Aktivisten Anfang der 80er Jahre schwarz, werde es bald gar nicht mehr geben.

Jochen Schröder und Eva Maria Bauer.

Kuckucksuhren und Räucherschinken

Seit dem 22. Oktober 1985 aber ist vom Waldsterben keine Rede mehr. An diesem Tag nämlich begann die große Zeit Glottertals, die Zeit der "Schwarzwaldklinik", der erfolgreichsten TV-Serie aller Zeiten, die regelmäßig einen Marktanteil von 65 Prozent einfuhr. Nach Glottertal aber fuhren nicht nur Marktanteile, sondern vor allem Busse. Etwa 60 Stück am Tag, an Wochenenden außerdem geschätzte 2.000 Privat-Autos. Kioskbesitzer Fritz Schill glaubt an einen erneuten Touristenansturm Schwarzwälder Produkte wie Kuckucksuhren, Räucherschinken oder heimischer Wein waren plötzlich begehrte Souvenirs, auf denen sich Karrieren begründen ließen: Der ehemalige Friseur Fritz Schill zum Beispiel funktionierte seinen Salon zu "Kaffee und Kuchen direkt bei der Schwarzwaldklinik" um und wurde damit reich.

Klausjürgen Wussow und Sascha Hehn.

Vergilbte Fotos zeigen Schill, umringt von Gaby Dohm, Sascha Hehn und Klausjürgen Wussow, der mit einer Schere in der Hand und mildem Lächeln das "Klausjürgen Wussow-Brückle" direkt neben Schills Büdchen einweiht.

Glottertal. Kleine Bilder antippen und vergrößern!

Gerhart Lippert.

500 Meter lang und recht steil ist der Weg, von hier zur "Reha-Klinik Glotterbad", einer psychosomatischen Therapie-Einrichtung der LVA Württemberg. Viel zu sehen gibt es nicht: Ein paar Bäume im Hof, darunter die Parkplätze der Klinikmitarbeiter. Im Fernsehen wirkt das Gebäude weit imposanter - der Luftaufnahme sei Dank! Weniger als eine Stunde verweilt der durchschnittliche Serien-Fan in Glottertal.

Die "Schwarzwaldklinik"

Das lässt, eine Tagestour vorausgesetzt, viel Zeit für Anschluss-Ausflüge: An den Titisee zum Beispiel oder den Schluchsee. Letzterer übrigens ist ebenfalls Heimat einer Brinkmann'schen Location: Im Dörfchen Grafenhausen steht das Heimatmuseum "Hüsli", in der Serie das schnuckelige Eigenheim des Klinikchefs.

Alexander Wussow und Eva Habermann.

Es wird höchste Zeit für einen neuen Schwarzwald-Boom: Das Sparprogramm im Gesundheitswesen hat den dortigen Kurbädern arg zugesetzt und auch die Altersstruktur der Gäste bereitet den Touristikern zwischen Basel und Karlsruhe Sorgen: Eine Verjüngungskur der Klientel käme gelegen, und deshalb passt es trefflich, dass Rademann und das ZDF mal wieder aushelfen.

Das "next generation"-Special, das seit Ende Juli 2004 im Glottertal gedreht wird, dürfte voll den Nerv der finanzstarken "Generation Golf" treffen: Die retro-fixierten Mittdreißiger sind schließlich mit den Doktorspielen aus dem Schwarzwald aufgewachsen.

Anja Hornig (ZDF)

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  • »Es ist ein richtig großes Ereignis im Fernsehen, aber es ist eine Einzelsendung und es ist nicht daran gedacht, daraus wieder eine Fortsetzung zu machen.« Wolfgang Rademann

Wolfgang Rademann - Produzent Schwarzwaldklinik

Produzent Wolfgang Rademann.

Wolfgang Rademann wurde 1934 in Berlin geboren. Nach einer Schriftsetzerlehre in den Druckereibetrieben des "Nachtexpress" und der "Täglichen Rundschau" arbeitete Rademann von 1953 bis zu seiner Flucht im November 1958 als freier Lokalreporter in Ostberlin. Für den Rundfunk stellte er Tanzmusik-Sendungen zusammen und versuchte sich als Veranstalter so genannter "Bunter Abende".

Im Westen der damals geteilten Stadt setzte Rademann seine journa­listische Tätigkeit fort. Er arbeitete neun Jahre für die Tageszeitung "B.Z." und recherchierte Serien für verschiedene Illustrierte ("Stern" und andere). Das brachte ihn zunehmend in Kontakt mit Künstlern der Show­szene, die den umtriebigen Journalisten schätzen lernten. 1962 erhielt er seinen ersten Promotion-Vertrag von Eric van Aro für dessen da­malige Frau, Caterina Valente. Später wurde er Pressechef von Pierre Brice und Peter Alexander.

Eva Maria Bauer.

"Das Leben ist die größte Show"

Den Durchbruch als Fernsehproduzent schaffte Rademann 1964, als er zusammen mit Henno Lohmeyer für das ZDF die Sendung "Das Leben ist die größte Show" realisierte. Weitere journalistisch-unterhaltende Sendungen mit Henno Lohmeyer waren "Zwischenstation", "Gefragte Gäste" und "Der Stargast". Zu einem großen Zuschauererfolg entwickelte sich auch seine Showsendung "Sing' mit Horst" (mit Horst Jankowski und dessen Chor).

1969 produzierte er mit riesigem Erfolg seine erste "Peter Alexander-Show", der 26 weitere Shows mit dem beliebten Künstler folgten.

Klausjürgen Wussow.

Dauerbrenner wurden auch seine Sendungen mit Anneliese Rothenberger ("Anneliese Rothenberger gibt sich die Ehre", "Anneliese Rothenberger stellt vor", "Anneliese Rothenberger stellt vor: Kleine Leute ganz groß" und" Anneliese Rothenbergers Gästebuch") sowie die "Wencke Myhre Show".

Top-Stars auf deutschen Bildschirmen

Der "Unterhaltungsfuzzi", wie Rademann sich selbst nennt, ist zudem Erfinder der so genannten "Specials". Den Einstand gab er mit "Lilli Palmer: Eine Frau bleibt eine Frau". Mit der von Rademann konzipierten Comedy-Serie "Ein verrücktes Paar" wurden Harald Juhnke und Grit Böttcher zu Top-Stars auf deutschen Bildschirmen.

Eva Habermann.

Darüber hinaus produzierte Wolfgang Rademann Gustav Knuths "Künstlerstamm­tisch" und die viel beachtete Anti-Raucher-Sendung "Blauer Dunst" (mit Antje Schaeffer-Kühnemann, Mildred Scheel und Manfred Köhnlechner). 1975 brachte er 42 deutsche Film- und Fernsehstars zum Gala-Abend "Treffpunkt Herz" (1. deutsche Krebshilfe-Gala) auf die Fernsehbühne. Und mehrmals verpflichtete er den amerikanischen Talkshow-Spezialisten Dick Cavett.

"Traumschiff" und "Schwarzwaldklinik"

Weitere große Erfolge waren die Sendungen "So schön wie heut" (Franz Grothe Jubiläumsshow), "Schön war die Zeit" (Peter Kreuder Jubiläumsshow), "Lach mal wieder" (Comedy-Serie mit Günther Pfitzmann) und natürlich - nicht zu vergessen - die Serien, für die Wolfgang Rademann als Produzent fungierte: "Das Traumschiff", "Die Schwarzwaldklinik", "Schöne Ferien", "Hotel Paradies", "Insel der Träume" und andere.

Alexander Wussow.

Zu all seinen Sendungen liefert Wolfgang Rademann Konzeption und Ideen, verpflichtet Autoren, Regisseure, Künstler, Tänzer und Musiker, sorgt für Studios und Technik im "Ein-Mann-Betrieb" - ohne Büro und Mitarbeiterstab wird fast alles durch ihn selbst erledigt. Ideengeber sind Wolfgang Rademann sieben Zeitungen täglich, 20 Illustrierte wö­chentlich sowie Kino und Fernsehen. "Ich sammle und beobachte Trends", so Rademann über den "Workaholic" Rademann, der ein un­trügliches Gespür für das Unterhaltungsbedürfnis der breiten Masse besitzt.

Im Dienst eines breiten Publikums

Er transportiere keine "Message", wolle nicht erziehen, belehren oder beeinflussen und schiele nicht nach intellektuellen Späßen oder Kriti­kerlob, sondern versteht sich nur im Dienst eines breiten Publikums. (Hamburger Abendblatt, 15.12.1990). Auf Serienmüdigkeit im Publikum antwortet Rademann seit 1992 nach dem Vorbild der Amerikaner mit Mini-Serien oder Zwei- und Dreiteilern. (Quelle: Munzinger Archiv)

Frank Baloch (ZDF)

Schwarzwaldklinik: "Die nächste Generation II", Gruppenbild vor dem "Hüsli" in Grafenhausen mit (obere Reihe von links) Regisseur Hans-Jürgen Tögel, Produzent Wolfgang Rademann, Sascha Hehn, Alexander Wussow, Gerhart Lippert, Jochen Schröder; sitzend: Eva Maria Bauer, Klausjürgen Wussow und Eva Habermann.