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Schalenstein-Wanderweg in Schonach

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Schalenstein-Wanderweg in Schonach

Unmittelbar bei Schonach ist eine außergewöhnlich große Anzahl verschiedenster Schalen- und Näpfchensteine zu finden. Bekannt sind diese eigenartig geformten Felsbrocken auf der ganzen Welt. Besonders häufig trefen sie jedoch in Nord- und Westeuropa auf. Obwohl vermehrt ins wissenschaftliche Interesse gerückt, konnte bis heute keine allgemein anerkannte Erklärung für die Entstehung und Nutzung der Schalensteine gefunden werden. Wenn von einem Schalenstein gesprochen wird, so versteht man darunter "eine von der Natur geformte oder von Menschenhand veränderte schalenförmige Vertiefung in Steinen."

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Theorien zur natürlichen Entstehung der Schalensteine gibt es viele. Da werden eiszeitliche Einflüsse aufgeführt, weichere Mineralschichten könnten herausgebrochen sein, die Verwitterung könnte diese Gebilde hervorgerufen haben, auch Humussäure könnte beigetragen haben. Mag sein, dass der Mensch diese Steine entdeckt und weiter bearbeitet hat. Der Heimatforscher Wolfgang Neuss hat am Schonacher Trachtenbrunnen, der einen Schalenstein als Trog aufweist, "Schalensteine als Naturdenkmale", die in frühgeschichtlicher Zeit von Menschen als Opferschalen genutzt wurden" bezeichnet.

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Diese Darstellung geht davon aus, dass Schalen natürlich entstehen, aber an besonderen Stellen von Menschen genutzt und ausgebaut werden.

Ihre Namen (Teufelstritt, Elfenmühle, Drachtenstein, Blindenstein, Blutstein, Hexenfelsen usw.) verraten oft die mystische Bedeutung, die ihnen zugeschrieben wird. Die Namen dürften allerdings jüngeren Datums sein. Die intensive Beschäftigung und Erforschzung der geheimnisumwitterten Steine hat die "Interessengemeinschaft Schalensteine Schonach" zu diesen fantasievollen Namen inspiriert.

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In ihrer Erscheinuing bieten sie vielerlei Formen und Größen. Man findet sie als Näpfchen mit wenigen Zentimetern Durchmeser , als kreisrunde Schalen mit scharfen Rändern und flachem Bodewn oder ovalen Schalen. Zu finden sind Schalensteine oft auf Felsgruppen, die auf erhabenen Punkten stehen. Sollten sie einmal nicht auf dem höchsten Punkt zu finden sein, ist daran nicht selten der verrutschte, wollstein-verwitterte Felsblock, in dem sich die Schale befindet, schuld. Auch die in Schonach vorkommenden Schalensteine haben ihr Geheimnis bewahrt. Es bleibt der Fantasie des Betrachters überlassen, welche Deutung für ihn glaubwürdig ist.

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Wegbeschreibung Schalenstein-Wanderweg

Die kleine Wanderung entlang der Schalensteine beginnt beim Haus des Gastes (Tourist-Information) mitten in Schonach. Wer noch mehr Abenteuer sucht, der kann ab dem Eingangstor zum Erlebnispfad auch von Stein zu Stein mit "Peilffählen" den richtigen Weg finden. Der Wanderweg ist gut markiert. Er ist nur etwa 3 km lang, teils steil, aber ansonsten sehr gut und ebenerdig begehbar. Der Schalenwanderweg endet beim neunten Strein, dem Geisterfelsen. Von hier aus geht es hinunter ins Dorf. Der Kirchturm ist gut sichtbar. Daneben liegt der Ausgangspunkt, das Haus des Gastes. Wer sich eine Pause gönnen möchte, kann entweder das Gasthaus Berghüsli am Waldrand oberhalb von Schonach aufsuchen oder aber 2 km zum urigen Gasthaus Wilhelmshöhe auf dem Rohrhardsberg weiter wandern und von dort hinunter nach Schonach gelangen.

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  • 1. Trachtenbrunnen. Nach etwa 200 Metern vom Haus des Gastes in Richtung Mühlenweiher finden wir einen großen Restling. Dieser Stein ist der Bevölkerung auch als "Heidenstein" oder "lebendiger Stein" bekannt. Er wurde vom örtlichen Trachtenverein zum "Trachtenbrunnen" gemacht. Auf ihm befindet sich auf der Vorderseite eine Schale mit Ablauf und auf der Rückseite direkt unter dem Einlauf zwei flache, ineinander liegende Schalen.
  • 2. Teufelstritt. Fast in Sichtweite des Einganges zum Naturerlebnispfad, 300 m nordöstlich, treffen wir auf die größte bekannte ovale Schale. Sie hat eine Ausdehnung von etwa 85 auf 65 cm. Besonders markant ist ihr flacher Boden und die scharfen Außenkanten. Ausgelöst durch die ständig fortschreitende Verwitterung bewegen sich viele solcher Brocken.
  • 3. Augenstein. In direkter Nachbarschaft versteckt sich zwischen einigen Jungtannen ein riesiger Felsblock. Auf seiner Oberseite entdecken wir zwei fast auf einer Höhe nebeneinander liegende kreisrunde Schalen. Als hätte der Felsen seinen Blick gegen den Himmel gerichtet.
  • 4. Altarstein. Wir blicken zu diesen Stein hinauf. Der Felsen ruht erhaben auf einem großen Granitblock. Er kann fast rundum begangen werden. Wäre hier kein Wald angepflanzt, läge dem Betrachter Schonach zu Füßen. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Lage kommt ihm besondere Bedeutung zu. Der Stein enthält westlich eine Sitzschale und talseitig drei stufenförmig angeordnete Wasserschalen mit einem Auslauf.
  • 5. Am Summstein treffen sich Naturerlebnispfad und Schalensteinpfad. In diesen Felsblock wurde ein kopfgroße Bohrung eingearbeitet. Hält der Besucher den Kopf hinein und summt oder macht andere Geräusche, so scheint der ganze Felsblock die Schwingung aufzunehmen. Fast unbemerkt berfindet sich auf der Oberseite jedoch auch ein Näpfchen mit etwa 15 cm Durchmesser.
  • 6. Eulenstein. Vom Summstein aus ist in nordöstlicher Richtung der dunkle Schaffen einer etwa 25 cm großen Schale sichtbar. Wenn wir den Stein erreichen, stellen wir erstaunt fest, dass sich eine weitere fast gleich große Schale auf ihm befindet. Der Bllick von oben lässt den Stein mit beiden Schalen wie das Gesicht einer Eule aussehen.
  • 7. Wildsaustein. 300 Meter westlich vom Eulenstein ist der Holzeck erreicht. Der Asphaltstraße folgend stoßen wir zu einem der schönsten Aussichtspunkte um Schonach. In dieser aussichtsreichen Lage steht der Wildsaustein. Der Stein gleicht seinem namensgebenden Tier. Auf der Oberseite ist eine 65 cm große Schale mit breitem östlichen Auslauf zu finden. Dieser Stein dient auch als Grenzstrein. In unmittelbarer Nähe am Waldrand lädt eine Sitzbank zum Rasten ein und bietet einen schönen Ausblick auf die Schwarzwaldlandschaft.
  • 8. Kippstein. In unmittelbarer Nähe des neuen Windrades treffen wir auf einen riesigen, nach oben spitz zulaufenden Restling, der von einigen Felsplatten unterlegt ist. Vor langer Zeit muss der Fels in Folge der Verwitterung am Nordhang abgerutscht sein. Heute könnte der Betrachter vermuten, dass der Stein mit seiner wunderschönen kreisrunden Schale und der über den ganzen Fels führenden Längsrille absichtlich aufgestellt wurde.
  • 9. Geisterfelsen. Der kegelförmig stehende Felsen bigt einige größere und auch kleinere Schalen. Sein ursprünglicher Platz war wohl etwas oberhalb. Besonders bei Dämmeruing scheinen seine Schalen zu einem mystischen, magischen Geistergesicht zu verschmelzen.