SCHOPFHEIM Eichener See
Der Eichener See bei Schopfheim im Wiesental liegt zwischen dem nahen Ortsteil Eichen im Westen, der Gemeinde Hasel im Ostnordosten und der Kernstadt von Wehr etwa im Südosten. Er befindet sich 2,5 km westlich der Erdmannshöhle (Hasler Höhle) in einem flachen Tal rund 350 m südlich der Bundesstraße 518.
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Geologisch handelt es sich um eine zeitweise mit Wasser gefüllte Doline, in der besonders nach der Schneeschmelze oder nach längeren Regenphasen Grundwasser zu Tage tritt (Erdfallsee). In trockenen Phasen kann der Flurabstand (Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und Erdoberfläche) bis zu 40 m betragen; dabei liegt der tiefste Punkt der das Grundwasser stauenden Wanne etwa 48 m unter der Erdoberfläche. Hintergrund der starken Schwankungen sind die Hohlräume des vorwiegend aus Muschelkalk bestehenden Dinkelbergs, die sich aufgrund eines Grundwasserstaus sehr schnell mit Wasser füllen können, hingegen nur langsam wieder leeren.
Der Seegrund ist von einer krautreichen Wiesengesellschaft bewachsen. Diese darf bei Trockenheit weder beweidet noch gedüngt werden. Im See lebt der Blattfußkrebs Tanymastix lacunae aus der Ordnung der Kiemenfüßer (Anostraca). Für seinen Lebenszyklus ist ein Austrocknen des Seegrundes unabdingbar. Für Deutschland ist hier der einzig gesicherte Fundort für sein Vorkommen, in ganz Europa sind lediglich sieben weitere sichere Fundorte bekannt.
Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird der See 1771, als fünf Menschen von einem gekenterten Boot in ihm ertranken. Auch 1876 und 1910 kamen Menschen in dem See um.
Die erste wissenschaftliche Beschreibung ist wohl der Artikel "Von einem merkwürdigen See in der oberen Markgrafschaft Baden" von Heinrich Sander, erschienen 1782 in der Zeitschrift "Der Naturforscher". Der See mit seinen Uferbereichen steht seit 1939 unter besonderem Schutz, seit 1983 ist er mit einer Größe von 3,75 Hektar als flächiges Naturdenkmal ausgewiesen, zudem als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet von europäischem Rang.
In besonders niederschlagsreichen Jahren kann der (oberirdisch sichtbare) Wasserstand bis zu drei Meter betragen und der See innerhalb von ein bis fünf Wochen eine Ausdehnung von 250 m Länge und 135 m Breite (ca. 2,5 ha) erreichen. Bis das gesamte zu Tage getretene Wasser wieder verschwindet, können acht bis 160 Tage vergehen.
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